Toni (19) schmeisst die Party seines Lebens – und am Ende treibt ein Körper im eisigen Pool. Drei Tage später werden die Beteiligten an jenen Ort vorgeladen, wo das Drama seinen Anfang nahm: Tonis Schule. Hier, in getrennten Räumen, sollen sie Rechenschaft ablegen über die Chronik der Ereignisse. Dabei stellen sie das fatale Geschehen ganz verschieden dar: War es eine harmlose Party oder eine gezielte Provokation? Ein Eifersuchtsdrama oder ein Unfall?
Die Theatergruppe AUJA! zeigt in ihrem neuen Stück die autobiografisch inspirierte Geschichte einer Person, die sich herkömmlicher Kategorisierungen entzieht. Der Campus der NKSA wird zu einem Schauplatz der Wahrheitssuche, einem Kaleidoskop, in dem sich die Wirklichkeit bricht. Dabei wird alles in Frage gestellt, was gewiss scheint: Wahrheit, Schuld, Geschlecht. »Und plötzlich isch alles ganz andersch gsii.«

Aufführungen

 

Theaterbeiz
jeweils offen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn

Tickets
Studierende 12.-
Normal 25.-
Vorverkauf ab 6.1.2020

Ensemble

Text Charly Ruff

Spiel
Amelie Huggenberger | Annina Deubelbeiss | Charly Ruff | Eline Gehri | Elisée Kukulu | Ellen van der Zaag | Emma Würtenberg | Hannah Erni | Janelle Schulthess | Jessica Barthel | Julia Tremp | Ladina Bayer | Lara Schreiber | Lena Ciccone | Lena Schönenberger | Lena Franke | Lena Gerressen | Linne Finazzi | Lioba Sahli | Liselotte Fink | Marc Hermann | Mark Porbasas | Michelle Mauch | Muriel Wernli | Nathalie Märki | Noel Müller | Nubia Stäuble | Pascal Aeschlimann | Roman Iliescu Gallego | Samara Boxler | Sandra Neuber-Koch | Sara Cvijanovic | Sarah Leder | Sophie Rindlisbacher | Susanne Steiner | Tim Ruthardt | Xenja Schwabe

Gesang
Anna Weigl | Anouk Fallegger | Caleb Kohler | Chiara Graetz | Iris Warthmann | Jana Lüscher Katharina von Felten | Lia Schürpf | Mario Keller | Nicole Witschi | Ramya Sivanantharaja | Tim Ruthardt

Band
Luca Gloor, Gitarre | Leo Stampfli, Drums | Simon Jenzer, Piano

Musik
Ruedi Debrunner | Pius Schürmann
Bühnenbild
Linda Rothenbühler
Kostüme
Senta Amacker
Choreografie
Mark Porbasas
Technik
Thomas Meyenberg
Grafik
Claudio Näf
Trailer Gianluca Imbiscuso
Produktion Irene Näf
Regie Beat Knaus

 

Flyer

Barrierefreiheit

Wir weisen darauf hin, dass das Publikum im Rahmen der Aufführung durch das Schulhaus geführt wird. Wir gestalten alles so barrierefrei wie möglich. Wer Fragen zur Barrierefreiheit hat oder ein Gratis-Ticket für eine helfende Begleitperson buchen will, kann sich hier melden: irenenaefkuhn@gmail.com

Inhaltshinweise

Alkohol und Drogen: In diesem Stück wird Alkohol- und Drogenkonsum (zum Teil ausführlich) thematisiert, gewisse Suchtverhalten werden grafisch dargestellt und es wird gezeigt was für einen Einfluss die Einnahme dieser Substanzen auf das Handeln und Denken der Personen hat, hauptsächlich im Kontext einer Party. Es wird angedeutet, dass die Hauptfigur Toni in der Vergangenheit ein Alkoholproblem hatte.

Misogynie/Frauenfeindlichkeit: Die Figur Stephanie wird als jemand dargestellt, der oft wechselnde Partner*innen hat, sich freizügig anzieht und oft ausgeht. Während des Stücks befürchtet sie schwanger zu sein und will ihren Liebhaber Sämi zur Verantwortung ziehen. Er ignoriert sie und lässt sie sitzen. Aus Angst vor der Verurteilung von anderen beschliesst sie, dass sie alleine klarkommen muss mit der Situation. Die Figur Michi äussert sich sexistisch gegenüber Frauen, sein Umfeld reagiert irritiert auf sein Verhalten, sie sprechen ihn aber, aus Angst vor ihm, nicht darauf an.

Homofeindlichkeit: In diesem Stück werden homophobe Beleidigungen ausgesprochen und gewisse Figuren äußern ihre homophoben Haltungen. Mehrheitlich werden diese als falsch und inakzeptabel dargestellt.

Transfeindlichkeit: Die Hauptfigur Tony ist ein genderqueerer Teenager, welcher sich männlich präsentiert. Im Verlaufe des Stücks wird er beschimpft, beleidigt, Figuren verwenden unabsichtlich und absichtlich die falschen Pronomen für ihn, sein Deadname wird gegen ihn verwendet, seine Identität wird von einigen Figuren angezweifelt und invalidiert. Tony schildert einen sexuellen Missbrauch, welcher laut dem Täter Michi beweisen soll, dass Tonys Genderidentität eingebildet sei. Das Erlebte hat Tony traumatisiert, aber er hat Leute in seinem Umfeld, die ihn unterstützen. Im Verlaufe des Stücks öffnet er sich und erzählt davon. Seine Perspektive wird am stärksten gewichtet und er wird als starker Überlebender und nicht als schwaches, hilfloses Opfer inszeniert.

Sexueller Missbrauch: Die Hauptfigur Tony erzählt detailliert von seinem sexuellen Missbrauch und davon, wie ihn das traumatisiert hat. Auch sein Täter erzählt von diesem Ereignis aus seiner Sicht, aber nicht um Tonys Perspektive zu entkräften, sondern um zu unterstreichen, wie sich Täter in ihrem Kopf ihre Handlungen als rational und gerechtfertigt erklären. Seine beste Freundin Sophie erzählt davon wie dreckig es Tony nach seinem Missbrauch ging und wie sie sich um ihn kümmerte. Tony wird trotz allem als starker Überlebender und nicht als schwaches Opfer dargestellt.

Suizid und suizidales Verhalten: Das fahrlässige Verhalten der Hauptfigur Tony führt zu einem Zusammenbruch, welcher von seinem Umfeld als Suizidversuch missverstanden wird. Das Missverständnis wird aufgeklärt und er ist am Ende des Stücks in psychologischer Behandlung.

Kontext und Hintergrund: Dieses Stück basiert auf biographischen und autobiographischen Inhalten. Viele der dargestellten Handlungen sind dem Autor oder Freund*innen von ihm so oder in leicht abgeänderter Form passiert. Das Ziel ist es, diese Erfahrungen durch das Theaterstück in etwas transformieren zu können, was das Schweigen bricht, Leute aufklärt und eine Diskussion ermöglich. Ausserdem sollen alle, denen Ähnliches passiert ist, das Gefühl bekommen, dass sie gesehen und verstanden werden und dass sie nicht alleine sind.