Teaser

 

Die Theatergruppe AUJA eröffnet mit ihrem Stück B 17 das 8. fanfaluca (Jugendtheaterfestival Schweiz).

Aufführung am 31. August 2021

Tickets sind hier erhältlich.

 

Der Schlussbericht

«In Zeiten der Pandemie zeigt die Theatergruppe AUJA ein Stück über Verschwörungstheorien, die verheerender sind als jeder Virus.»

So beschrieb der Regisseur Beat Knaus das Stück «B 17» vor den Aufführungen. Und dieser Satz fasst den folgenden Bericht gut zusammen. Diese Inszenierung hat alles von den Schauspielenden, von der künstlerischen und organisatorischen Leitung gefordert. Mit dem alten eniwa-Werkhof wählte die Theatergruppe bewusst einen Spielort unter freiem Himmel und ein Aufführungsmodell in Kleingruppen, um die Gefahr der Ansteckung so klein wie möglich zu halten. Dafür war sie auf gutes Wetter angewiesen, welches ihr, während den ersten vier Aufführungen, hold war. Jedoch liessen sich die gut 40 Schauspielenden und Musiker:innen auch vom strömenden Regen während der letzten Aufführungen nicht abhalten und blieben trotz triefenden Kostümen hochmotiviert und konzentriert. Weil der Bundesrat rechtzeitig Lockerungen beschloss, war nicht nur das Publikum zugelassen, es war sogar möglich, ohne Hygienemaske zu spielen. Trotz der recht grossen Einschränkungen durch die Pandemie konnte die Theatergruppe überwiegend positive Feedbacks aus dem Publikum entgegennehmen. Manch einem Zuschauer ging die unwirkliche, unmenschliche Atmosphäre, die die Theatergruppe kreierte, derart unter die Haut, dass er froh war, den Schauplatz nach gut zwei Stunden wieder verlassen zu dürfen. «Ich bin froh, dass ich nicht in diesem Lager leben musste.»

«Und ich, ich opfere miis Läbe»

Dem Stück zu Grunde liegt der Text von Jessica Barthel und Annina Deubelbeiss. Sie beschreiben in ihrer Erzählung das Leben von Verschwörungstheoretikern, die sich einige Jahre zuvor auf dem Gelände zwischen den beiden Aarearmen niederliessen und genauso mysteriös wieder verschwanden. Was war passiert? Das Publikum begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit, taucht ein in die Zeit, in der das Lager noch florierte. Schritt für Schritt, nur mit einem Klappstuhl und einem Museumsguide ausgestattet, geht es auf eine Zeitreise. Angespannt horcht es den Erzählungen der «Erwachten», erlebte deren Trugschlüsse, Fehlentscheide, Verschwörungen, ihre Beeinflussbarkeit und Radikalisierung bis zum bitteren Ende. Inszeniert wurde B 17 vom Regisseur Beat Knaus. Er suchte nach der perfekten Symbiose zwischen Stücktext und dem Gelände, welches das Publikum während der Aufführungen buchstäblich erkunden musste. Dabei wurden die Besuchenden von Guides geführt und systematisch zum Hinterfragen und Nachdenken über das gerade Gesehene angeregt. So konnte das weitläufige Gelände in das Stück integriert werden. Der zweimalige Wechsel zwischen Klein- und Gesamtgruppenszenen brachte eine willkommene Abwechslung. B 17 beleuchtet das Leben von vier Lagerbewohner:innen, deren Charaktere, Beweggründe und Überzeugungen unterschiedlicher nicht sein könnten. Ein Happy End gibt es nicht. Vielmehr soll das Stück zum Nachdenken anregen. Es soll sensibilisieren, Informationen kritisch zu hinterfragen. Bewusst lassen die beiden Autorinnen und die Regie dem Publikum Spielraum für eigene Interpretationen.

«Dieser Ort ist eine Gedenkstätte. Dieser Ort ist eine Bühne. Entscheiden Sie selbst.»

Dank der substanziellen finanziellen Unterstützung des Swisslos Fonds und anderer Sponsor:innen waren wir in der Lage, alle Register zu ziehen, die zu einer professionellen und erfolgreichen Durchführung der AUJA-Theatersaison 2020/21 beigetragen haben. Neben den Bühnendarsteller:innen trug eine grosse Anzahl Helfer:innen auf Nebenschauplätzen zum Gelingen des Theaterspektakels bei.

«Du frogsch mi, wer i be? Du frogsch mi, was ich cha? Wotsch wüsse, gäll, wieso ich dich ned us de Auge loh»

Nachdem an der Dernière, am 30. Juni 2021, das letzte Mal die Hymne des Lagers erklungen war, waren alle erschöpft, aber glücklich und zufrieden. Die Schauspielenden haben alles gegeben, um dieses Stück zu einem grossen Erfolg zu machen – und die Mühe wurde sogleich belohnt. Die Theatergruppe AUJA darf mit «B 17» das schweizerische Jugendtheaterfestival fanfaluca im kommenden August in Aarau eröffnen. Einmal mehr ist es der Theatergruppe AUJA der Neuen Kantonsschule Aarau gelungen, das Publikum nicht nur zu unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anzuregen. Man darf sagen: B 17 hat die Menschen bewegt.

«De Mika isch weg – und eusi Wertsache au!»

(Schlussbericht von Pascal Aeschlimann)

 

Das Stück

Im Jahr 2020 feierten Verschwörungstheorien Urständ. Eine ohnehin in ihren ideologischen Grundfesten erschütterte Welt wurde durch die globale Pandemie arg gebeutelt. Die Gesellschaften rund um den Globus litten nicht nur körperlich, auch die psychischen, intellektuellen und ideologischen Flurschäden waren enorm.

In turbulenten Zeiten wie diesen suchen wir oft nach Erklärungen, die wir verstehen und, noch wichtiger, denen wir Glauben schenken wollen. Erklärungen, die uns Sicherheit geben – eine klare verortete Position in der Gesellschaft. Genau das soll unser Stück aufzeigen. (Annina Deubelbeiss)

Drei Mitglieder der Theatergruppe AUJA verknüpfen das neuste Stück mit ihrer Maturaarbeit. Jessica Barthel und Annina Deubelbeiss haben »B 17« geschrieben. Pascal Aeschlimann übernimmt die Produktion.

If a civilization stops advancing then that may be due to some calamitous event that erases civilization. „Either we’re going to create simulations that are indistinguishable from reality, or civilization will cease to exist. (Elon Musk)

Bewusst verzichten Barthel und Deubelbeiss auf die allzu naheliegenden Verschwörungstheorien. Im Zentrum ihres Stückes steht die Simulationstheorie, die auf den Philosophen Nick Bostrom zurückgeht und durch Filme wie »Matrix« zweifelhafte Berühmtheit erlangt hat. Vereinfacht gesagt behauptet sie, dass die meisten Menschen das Resultat einer gross angelegten Computersimulation seien. Für diese Behauptung führen Bostrom und seine Anhänger eine Reihe von mehr oder weniger überzeugenden wissenschaftlichen Argumenten ins Feld.

There is a significant chance that we shall one day become posthumans who run ancestor-simulations is false, unless we are currently living in a simulation (Nick Bostrom)

In diesem sozialen Klima der Infragestellung staatlicher, medialer, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Institutionen siedelt sich unser Stück an. Es zeigt, wie Menschen mit ganz verschiedenem sozio-kulturellem Hintergrund in den Sog dieser Theorie gelangen. Angeführt von einer dubiosen Leitfigur verpflichten sich die Mitglieder der Bewegung zu immer radikaleren Handlungen, angefangen bei einem Kontaktverbot zu anderen Menschen über die Opferung wichtiger Gegenstände bis hin zu Gewaltverbrechen. Ist diese Leitfigur ein Abkömmling aus der »unsimulierten« Realität, ein psychisch verwirrter Phantast oder aber ein raffinierter Verführer, der die Menschen zu seinen eigenen Zwecken missbraucht, die Manipulationstheorie also benutzt, um andere zu manipulieren?

 

Aufführungen

Freitag, 25. Juni 2021, 19.30 Uhr
Samstag, 26. Juni 2021, 17 Uhr
Samstag, 26. Juni 2021, 19.30 Uhr
Sonntag, 27. Juni 2021, 19 Uhr
Dienstag, 29. Juni 2021, 19.30 Uhr
Mittwoch, 30. Juni 2021, 17 Uhr
Mittwoch, 30. Juni 2021, 19.30 Uhr

 

Vorverkauf

Der Vorverkauf startet am 04.06.2021.

Studierende, Lehrlinge, Kinder, IV: 12.-
(gegen Vorzeigen eines Ausweises)

Erwachsene: 25.-

 

Abendkasse

Die Abendkasse öffnet 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn. Bitte beachten Sie, dass an der Abendkasse nur Barzahlung möglich ist.

Reservierte Tickets müssen spätestens 15 Minuten vor Vorstellungsbeginn abgeholt werden. Ansonsten werden sie wieder freigegeben.

 

Aufführungsort

Alter eniwa-Werkhof, Aarau
Erlinsbacherstrasse 57
5000 Aarau

Karte

 

Theaterbeiz

Es gibt keine Theaterbeiz.

 

Wichtige Hinweise

  • Es gibt keine Pausen während dem Stück.

 

  • Es gelten die aktuellen Massnahmen und Verordnungen des BAG. Diese sind ausnahmslos einzuhalten. Während der gesamten Aufführung gilt die generelle Maskenpflicht, auch für Geimpfte. Das Publikum wird dazu angehalten, den Mindestabstand von 1,5 Metern zu jeder Zeit einzuhalten. Ausgenommen von der Abstandsregel sind Familien und Personen, die regelmässig engen Kontakt zueinander pflegen.
  • Die Theatergruppe AUJA behält sich das Recht vor, Personen des Geländes zu verweisen, die sich nicht an die Regeln halten.

 

  • Ein Teil der Aufführung findet bei jedem Wetter draussen statt.

 

Ensemble

Text Annina Deubelbeiss | Jessica Barthel

Spiel Abenaya Gunaroopan | Alessia Gresch | Alexia Bucur | Annina Deubelbeiss | Eleonora Turnaturi | Eline Gehri | Elisee Kukulu | Felix Scheidegger | Fiona Rüetschi | Jenny Schleuniger | Jessica Barthel | Ladina Bayer | Lena Schönenberger | Lena Ciccone | Linne Finazzi | Malin Bolliger | Melanie Schläfle | Muriel Wernli | Naomie Rochman | Nick Preusser | Noemi Nater | Pascal Aeschlimann | Rosa Peter | Sarah Leder | Susanne Steiner | Tim Ruthardt | Xenja Schwabe

Gesang Anouk Fallegger | Katharina von Felten | Alina Gehrig | Karin Hartmann | Caleb Kohler | Nora Vögtli 

Band Michael Schweizer | Roman Iliescu | Thanush Asokumar

Regie Beat Knaus
Musik
  Ruedi Debrunner
Vokaltraining Pius Schürmann
Bühnenbild Tobias Maurer
Kostüm Rebekka Ammann
Grafik Onari Projects
Technik Thomas Meyenberg
Produktion Pascal Aeschlimann

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Flyer

Download

 

Barrierefreiheit

Wir weisen darauf hin, dass das Publikum im Rahmen der Aufführung über das Gelände geführt wird. Wir gestalten alles so barrierefrei wie möglich.

 

Anreise

ÖV (wird empfohlen): Der Bus Nummer 2 (Fahrtrichtung Erlinsbach) hält auf Verlangen an der Haltestelle  »Alte Badeanstalt«. Von dort sind es ca. 10 Minuten Fussweg bis zur Gedenkstätte.

Fahrrad (wird empfohlen): Es werden die Fahrradständer beim Freibad Schachen empfohlen.

Auto: Es werden die kostenpflichtigen Parkplätze (Flösserplatz, Sporthalle, etc.) der Stadt Aarau empfohlen.